Das Enneagramm-Studio

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Selbsttest: Zu welchem Typ gehöre ich?


Die Persönlichkeitstypen nach Ichazo, Naranjo und Palmer

Bekannt ist die Einteilung der Menschen in die 4 Temperamente „cholerisch“, „sanguinisch“, „melancholisch“ und „phlegmatisch“.

Das Enneagramm nach Ichazo, Naranjo und Palmer teilt die Menschen hingegen in neun Persönlichkeitstypen ein.

Nach dem Enneagramm ist jeder Mensch ein bestimmter Typ, es gibt keine Mischtypen. Es gibt auch keine männliche und weibliche Variante eines Typs, die Geschlechter werden also gleich behandelt. Allerdings gibt es Ausgestaltungen eines Typs. So hat jeder Typ einen sog. Flügel zu einem seiner beiden Nachbartypen (s. unten). Außerdem gibt es bei jedem Typ drei so genannte Untertypen (Sub-Types): den sozialen Untertyp, den sexuellen Untertyp und den selbsterhaltenden Untertyp.

Kann man im Laufe seines Lebens zu einem anderen Typ werden? Kann also etwa aus einer Eins eine Fünf werden? Nach weit überwiegender Meinung ist dies nicht der Fall. Oscar Ichazo und seine Anhänger (Arica Institut) sind hier allerdings anderer Ansicht.

Kann man den Enneagramm-Typ eines Menschen auf irgendeine Weise errechnen, so wie sich in der Astrologie das Sternzeichen anhand von Geburtstag, Geburtsstunde und Geburtsort ermitteln lässt? Das ist nicht möglich, was die Anwendung des Enneagramms zum Teil sehr schwierig macht. Denn jetzt gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man findet selbst heraus, welcher Typ man ist, oder es wird einem von anderen gesagt. Beide Wege sind mit vielen Steinen gepflastert. Wie die Erfahrung lehrt, verlieren sich viele beim Lesen von Enneagramm-Büchern vollkommen zwischen den einzelnen Typen. Häufig hört man dann Äußerungen wie: „Ich bin ein bisschen der Typ 1 und ein bisschen der Typ 5, und außerdem glaube ich, ich bin auch eine Sechs. Ich bin eben von allem ein bisschen.“ Genau das ist nicht möglich, denn man ist definitiv nur ein Typ. Viele wandern während ihrer Beschäftigung mit dem Enneagramm auch durch verschiedene Typen: Glauben sie beispielsweise anfangs, sie seien eine Drei, sind sie vielleicht sechs Monate später der Meinung, sie seien eine Sieben. Grundsätzlich sind diese Selbstentdeckungsprozesse gut, da sie dazu führen, dass man sich intensiv mit sich selbst auseinandersetzt und sich dadurch besser kennenlernt. Entscheidend ist, dass man „dran bleibt“, denn früher oder später wird man entdecken, welcher Typ man wirklich ist. Große Vorsicht ist auch geboten, wenn man von anderen als ein bestimmter Typ eingestuft wird. Dieses „Typing“ durch andere geht sehr häufig völlig daneben. So kann man beispielsweise Äußerungen hören wie: „Du bist genau wie mein Bruder und der ist eine Drei.“ Erstens ist nicht sicher, ob der Bruder tatsächlich eine Drei ist, zweitens ist keineswegs sicher, dass man der gleiche Enneagramm-Typ wie der Bruder ist.

Es existieren in der Literatur und im Internet zwar zahlreiche Tests, mit denen man seinen Typ herausfinden kann. Die meisten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die Verfasser oft nicht über ausreichende Enneagramm-Kenntnisse verfügen und die Fragen deshalb nicht immer präzise und oft sogar schlichtweg falsch formuliert sind. Oder es werden aus abgefragten Verhaltensweisen falsche Schlüsse gezogen. Deshalb werden solche Selbsttests selten eine 100-prozentige Übereinstimmung mit einem Typ ergeben. Trotzdem werden sich die Antworten bei einem Typ häufen. Die Häufung kann zumindest als erste Hypothese verwendet werden. Die Erfahrung lehrt auch, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, sich selbst und ihre Verhaltensweisen richtig einzuschätzen. Es kommt zudem häufig vor, dass Menschen bei der Beschäftigung mit dem Enneagramm plötzlich mit Seiten von sich konfrontiert werden, die ihnen äußerst unangenehm sind, was dazu führen kann, dass sie sie einfach ausblenden oder auch schlichtweg abstreiten. Es kommt auch sehr häufig vor, dass einem bestimmte eigene Verhaltensweisen überhaupt nicht bewusst sind.

Deshalb ist es sehr wichtig, Selbsteinschätzungen von Enneagramm-Kennern (etwa bei Workshops, Seminaren etc.) überprüfen zu lassen. Es kann allerdings geschehen, dass selbst erfahrene Enneagramm-Kenner bei der Einschätzung anderer daneben liegen. Ein Beispiel für „Mistyping“ ist das Enneagramm-Buch von Rohr/Ebert, in dessen ersten Auflagen Michail Gorbatschow als Eins eingestuft wurde, da er die Sowjetunion reformieren wollte. Gorbatschow ist jedoch eine Acht. Dies ist ein schönes Beispiel dafür, wie schnell man zu Fehleinschätzungen kommen kann, wenn man sich nur auf einige wenige Aspekte bei einem Menschen konzentriert und nicht das Gesamtbild betrachtet.

Zum Gesamtbild gehören vor allem:

Die Fehleinschätzung von Gorbatschow durch Rohr/Ebert kam offensichtlich dadurch zustande, dass den Autoren seine Reformbemühungen ausreichten, um ihn als Eins einzustufen. Zwar wird Einsen in der Tat nachgesagt, dass sie gern Dinge reformieren, was allerdings nicht bedeutet, dass jeder Reformer eine Eins ist (so hat auch Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 versucht, das deutsche Sozialsystem zu reformieren, was ihn jedoch nicht zur Eins macht; auch Schröder ist eine Acht, s. unten). Selbst langjährige Enneagramm-Kenner wie Helen Palmer, Don Richard Riso und Claudio Naranjo irren sich immer wieder beim „Typing“. Mitunter kann das gleich in ihren Workshops korrigiert werden.

Wichtig ist, dass kein Typ einem anderen überlegen ist, jeder hat seine Stärken und Schwächen, seine hellen und dunklen Seiten. Typ 1 ist also nicht etwa auf „Platz 1“ und der „Sieger“. Und Typ 9 ist nicht etwa „der Letzte“.

Da das Enneagramm im Kern ein spirituelles System ist, dient es vor allem der eigenen Bewusstwerdung und der persönlichen Entwicklung („erkenne dich selbst“). Das ist auch ein Grund, weshalb man selbst herausfinden sollte, welcher Typ man ist. Die Fehleinschätzungen, denen man dabei möglicherweise unterliegt, gehören zum Selbstfindungsprozess. So kommt es beispielsweise öfters vor, dass einige bei ihrer Selbsteinschätzung bestimmten Enneagramm-Typen zuneigen, da sie gern so sein möchten wie diese (s. unter das Beispiel kontraphobische Sechs). Bis sie eines Tages herausfinden, dass sie ihrem eigenen Wunsch- und Zerrbild aufgesessen sind. Dies kann sehr verblüffend, häufig auch schmerzhaft sein. Sollte es zu Diskrepanzen zwischen der Selbsteinschätzung und der Einschätzung durch andere kommen, kann das viel über einen selbst, aber auch über die anderen aussagen. Es kommt übrigens häufig vor, dass einen gerade diejenigen Menschen, die einem besonders nahestehen, völlig falsch einschätzen. Genau so oft kommt es vor, dass es einem selbst schwer fällt, Menschen, die einem sehr nahe stehen (Partner, Ehepartner, die eigenen Kinder, Eltern, Geschwister), richtig im Enneagramm einzuschätzen. Große Nähe kann offenbar blind machen.


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Quelle:
Artikel Enneagram. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Dezember 2004, 09:54 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Enneagram&oldid=7117518 (Abgerufen: 13. März 2006, 06:36 UTC)









Erstellt von: rk (kleines Facelifting im Dezember 2015)
Letzte Aenderung: 13.12.2015 09:07:05
Dieses Angebot existiert seit 2006. Der Selbsttest wurde bis Mai 2017 von fast 50.000 Besuchern absolviert.